Detaillierte Wärmebrückenberechnung

nach DIN EN ISO 10211

Die detaillierte Wärmebrückenberechnung ist ein rechnerischer Nachweis der zusätzlichen Wärmeverluste an Bauteilanschlüssen und erfolgt nach DIN EN ISO 10211.


Im Gegensatz zum pauschalen Ansatz nach
DIN 4108 Beiblatt 2 werden die tatsächliche Bauteilgeometrie und die Materialeigenschaften zweidimensional berücksichtigt.


Die Ergebnisse werden als spezifische lineare Wärmeverlustkoeffizienten (Ψ-Werte) ausgewiesen.
Diese Ψ-Werte werden in der
energetischen Bilanzierung gemäß DIN V 18599 angesetzt und fließen in Nachweise nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) sowie in Förderprogramme der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ein.

Grundlagen der detaillierten Wärmebrückenberechnung

Was ist eine detaillierte Wärmebrückenberechnung?

Die detaillierte Wärmebrückenberechnung ist ein rechnerischer Nachweis der zusätzlichen Wärmeverluste, die an geometrischen und materialbedingten Bauteilanschlüssen entstehen.


Typische Bereiche sind beispielsweise Wand-Decken-Anschlüsse, Fensteranschlüsse oder Übergänge zwischen unterschiedlichen Bauteilen.


Die Berechnung erfolgt zweidimensional unter stationären Randbedingungen. Dabei werden sowohl die Bauteilgeometrie als auch die Wärmeleitfähigkeiten der eingesetzten Materialien berücksichtigt.


Grundlage hierfür ist die
DIN EN ISO 10211.

Im Ergebnis werden für jeden betrachteten Anschluss spezifische Ψ-Werte ermittelt, die den zusätzlichen linearen Wärmeverlust beschreiben.

Wann ist eine detaillierte Wärmebrückenberechnung sinnvoll?

Eine detaillierte Wärmebrückenberechnung ist insbesondere dann sinnvoll oder erforderlich, wenn erhöhte energetische Anforderungen eingehalten werden sollen oder pauschale Annahmen zu ungenau sind.


Typische Anwendungsfälle sind:

  • Effizienzhaus-Nachweise im Neubau oder bei umfassenden Sanierungen
  • Einzelmaßnahmen im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
  • Neubauten mit erhöhtem energetischem Anspruch
  • Energetische Sanierungen mit komplexen Anschlussdetails
  • Projekte, bei denen der pauschale Wärmebrückenzuschlag vermieden oder reduziert werden soll


Durch die detaillierte Betrachtung können realistischere Werte angesetzt und die energetische Bilanz präziser abgebildet werden.

Abgrenzung zum pauschalen Wärmebrückenzuschlag

Der pauschale Wärmebrückenzuschlag nach DIN 4108 Beiblatt 2 basiert auf vereinfachten Annahmen und wird ohne individuelle Berechnung der einzelnen Anschlussdetails angesetzt.


Er stellt einen pauschalen Zuschlag auf den Transmissionswärmeverlust dar.

Die detaillierte Wärmebrückenberechnung nach DIN EN ISO 10211 ersetzt diesen pauschalen Ansatz. Statt eines einheitlichen Zuschlags werden die tatsächlichen Wärmeverluste der einzelnen Anschlussbereiche rechnerisch ermittelt und differenziert in der Energiebilanz berücksichtigt.


Dies führt insbesondere bei gut geplanten und wärmebrückenoptimierten Konstruktionen häufig zu günstigeren Ergebnissen.

Angewendete Normen und Regelwerke

Die detaillierte Wärmebrückenberechnung sowie deren Anwendung in der energetischen Bewertung von Gebäuden basieren auf folgenden Normen und rechtlichen Grundlagen:

  • DIN EN ISO 10211 – Wärmebrücken im Hochbau
  • DIN 4108 Beiblatt 2 – Wärmebrücken
  • DIN V 18599 – Energetische Bewertung von Gebäuden
  • Gebäudeenergiegesetz (GEG)
  • Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)


Die nach DIN EN ISO 10211 ermittelten Ψ-Werte werden im Rahmen der energetischen Gesamtbilanzierung gemäß DIN V 18599 angesetzt und bilden eine Grundlage für Nachweise nach dem GEG sowie für Förderprogramme der BEG.

Typische Wärmebrücken in der Praxis

Außenwand-Deckenanschluss

Der Außenwand-Deckenanschluss stellt einen typischen wärmebrückenrelevanten Bauteilanschluss dar, bei dem Bauteile mit unterschiedlichen Geometrien und Materialeigenschaften aufeinandertreffen.


Er eignet sich besonders zur Veranschaulichung der detaillierten Wärmebrückenberechnung nach DIN EN ISO 10211.


Warum relevant:
Dieser Anschluss zählt zu den häufigsten und energetisch relevantesten Wärmebrücken und hat einen messbaren Einfluss auf den Gesamtenergiebedarf eines Gebäudes.

Geometrie und Bauteilaufbau

Beim Außenwand-Deckenanschluss werden die realen Schichtaufbauten von Außenwand und Geschossdecke vollständig modelliert.


Dabei werden sowohl die
Bauteilgeometrie als auch die Wärmeleitfähigkeiten der eingesetzten Materialien berücksichtigt.

Die Lage der Dämmebene sowie angrenzende Bauteile werden vollständig in das Berechnungsmodell einbezogen, um den Wärmestrom im Anschlussbereich realitätsnah abzubilden.


Warum relevant
Nur die realitätsnahe Abbildung von Geometrie und Materialeigenschaften ermöglicht eine normkonforme und belastbare Ermittlung des

Ψ-Wertes.

Randbedingungen der Berechnung

Die Berechnung erfolgt unter stationären Randbedingungen mit normativen Innen- und Außentemperaturen gemäß DIN EN ISO 10211.


Der Wärmestrom wird
zweidimensional berechnet, um die zusätzlichen Wärmeverluste im Anschlussbereich korrekt zu erfassen.


Warum relevant:
Normative Randbedingungen gemäß DIN EN ISO 10211 stellen sicher, dass die Ergebnisse vergleichbar, prüffähig und rechtssicher sind.

Ergebnis und Verwendung des
Ψ-Wertes

Der ermittelte Ψ-Wert beschreibt den zusätzlichen linearen Wärmeverlust des betrachteten Außenwand-Deckenanschlusses.

Dieser Wert wird in der energetischen Bilanzierung des Gebäudes angesetzt und fließt in Nachweise nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) sowie in Förder- und Effizienzhausnachweise ein.


Warum relevant:
Der Ψ-Wert fließt direkt in die energetische Bilanzierung ein und beeinflusst Effizienzhaus-Nachweise und Förderfähigkeit.


Fachliche Erfahrung und Erstellung


Die Erstellung einer detaillierten Wärmebrückenberechnung nach DIN EN ISO 10211 erfordert fundierte bauphysikalische Fachkenntnisse sowie Erfahrung in der energetischen Bewertung von Gebäuden.


Die Berechnung erfolgt
projektbezogen, auf Grundlage der realen Bauteilgeometrien, der tatsächlichen Materialkennwerte und der konstruktiven Randbedingungen.

Alle Anschlussdetails werden zweidimensional modelliert und unter normativen Randbedingungen berechnet.


Dabei kommen ausschließlich
anerkannte technische Regelwerke zur Anwendung, sodass die Ergebnisse nachvollziehbar, prüffähig und normkonform sind.

Die ermittelten Ψ-Werte sind direkt für die energetische Bilanzierung gemäß DIN V 18599, für Nachweise nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) sowie für Effizienzhaus- und BEG-Förderanträge geeignet.

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